Passwortmanager wechseln: erst prüfen, dann aufräumen
Beim Wechsel eines Passwortmanagers ist der Datenexport oft der empfindlichste Schritt. Je nach Format liegen Zugangsdaten danach unverschlüsselt in einer Datei. Plane den Umzug an einem geschützten Gerät und behalte den alten Tresor, bis du den neuen geprüft hast.
Vorlage für deine Import-Stichprobe
Die folgende Tabelle ist ein Prüfplan, kein Ergebnis eines bestimmten Programmpaars. Verwende zunächst erfundene Einträge, soweit dein altes Programm dafür einen getrennten Testexport erlaubt. Schreibe echte Geheimnisse niemals in dieses Protokoll.
| Testfall | Worauf du achtest | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gewöhnlicher Login | Adresse, Benutzername und Passwort landen in den richtigen Feldern. | ____ |
| Umlaute und Sonderzeichen | Ein erfundener Titel wie «Büro Zürich» bleibt unverändert. | ____ |
| Mehrzeilige Notiz | Zeilenumbrüche und vollständiger Inhalt bleiben erhalten. | ____ |
| Zusatzfeld | Feldname und Wert werden übernommen oder als Nacharbeit erkannt. | ____ |
| Anhang, Passkey oder Einmalcode | Den gesonderten Übertragungsweg beider Programme prüfen. | ____ |
| Geteilter Zugang | Freigabe und beteiligte Personen separat kontrollieren. | ____ |
Lege Exportdateien in einem privaten, möglichst nicht synchronisierten Arbeitsordner ab. Ein unverschlüsselter Export kann sämtliche darin enthaltenen Konten gefährden. Behalte den alten Tresor, bis die echten Anmeldungen, die Sonderfälle und der neue Wiederherstellungsweg geprüft sind.
Den Umzug in zwei Phasen teilen
Phase A – Fähigkeit prüfen: Lege drei erfundene Einträge an und teste den Importweg, soweit dein altes Programm einen geeigneten Testexport erlaubt. Prüfe Felder, Sonderzeichen und Ordnerzuordnung. Erst wenn du den Ablauf verstehst, exportierst du echte Daten.
Phase B – echte Daten übertragen: Verwende ein eigenes aktuelles Gerät, schliesse unnötige Anwendungen und lege den Export in einem privaten, möglichst nicht synchronisierten Arbeitsordner ab. Versende ihn nicht als Mailanhang. Verschlüsselte Exportformate sind vorzuziehen, wenn beide Programme sie zuverlässig unterstützen.
Eine aussagekräftige Stichprobe auswählen
Prüfe mindestens je einen gewöhnlichen Login, einen Eintrag mit zusätzlichen Feldern, eine lange Notiz und einen Sonderfall wie einen Anhang. Vergleiche den Inhalt mit dem alten Tresor, nicht nur die Anzahl der Einträge. Geteilte Zugänge, Passkeys und Authenticator-Geheimnisse können eigene Übertragungswege verlangen.
Teste danach die wichtigsten echten Anmeldungen: Hauptpostfach, Cloud und die Konten, die andere Zugänge verwalten. Lasse den bisherigen Tresor verfügbar, bis diese Kontrolle abgeschlossen ist. Bei doppelten Einträgen markiere die neue verlässliche Version, bevor du vermeintliche Dubletten löschst.
Ein sauberer Abschluss
Notiere Importdatum, geprüfte Sonderfälle und offene Punkte ohne Passwörter. Entferne unverschlüsselte Arbeitsdateien und prüfe Papierkorb, Download-Verlauf sowie versehentliche Synchronisation. Das Löschen einer Datei ist keine Garantie, dass jede frühere Kopie auf jedem Medium unwiederbringlich verschwindet.
Erledigt, wenn: Die relevanten Konten funktionieren, Sonderfälle sind übernommen oder dokumentiert und der neue Notfallzugang ist eingerichtet. Kündigung und endgültige Löschung des alten Tresors kommen erst danach.
Weiterlesen und Quellen
Proton Pass oder KeePassXC: Komfort oder eigene Datenbank?.
NCSC: Passwortmanager verwenden
Redaktioneller Stand: 11. Oktober 2026.
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