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Ratgeber / encrypt.ch

Proton Pass oder KeePassXC: Komfort oder eigene Datenbank?

Verantwortlich: Matthias Schneider · encrypt.ch
Veröffentlicht: · Aktualisiert: 27.10.2026

Unsere Kurzempfehlung: Proton Pass ist die naheliegende Vorauswahl für bequeme Nutzung auf mehreren Geräten. KeePassXC passt besser, wenn du Speicherort und Sicherung deiner Passwortdatei selbst verwalten möchtest. Für einen Haushalt entscheiden getrennte Zugänge und verständliche Freigaben, nicht allein der Preis.

Proton Pass und KeePassXC lösen ein ähnliches Problem mit unterschiedlichen Arbeitsabläufen. Proton Pass richtet sich an Menschen, die einen Dienst mit Apps und Synchronisation nutzen möchten. KeePassXC arbeitet mit einer Passwortdatenbank, deren Speicherung und Synchronisation du selbst organisierst. Dieser Vergleich basiert auf Herstellerdokumentation, nicht auf einem eigenen Produkttest.

Entscheidungshilfe auf Basis der Anbieterinformationen
KriteriumProton PassKeePassXC
GrundprinzipVerwalteter Dienst mit AppsSelbst verwaltete KDBX-Datei
SynchronisationTeil des DienstesSeparat zu organisieren
Typischer BedarfKomfort auf mehreren GerätenKontrolle über Datei und Speicherort
Vor dem Umzug prüfenTarif, Export und KontowiederherstellungSicherung, mobile Clients und Dateikonflikte

Die wichtigsten Unterschiede

Proton Pass beschreibt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seiner Tresorinhalte und bietet zusätzlich Funktionen wie E-Mail-Aliasse. KeePassXC ist eine Desktop-Anwendung für Windows, macOS und Linux und verwendet KDBX-Datenbanken. KeePassXC bietet keinen eigenen Cloudspeicher. Du kannst die KDBX-Datei über einen separat gewählten Dienst synchronisieren; aktuelle Versionen unterstützen zusätzlich selbst konfigurierte Befehle für entfernte Datenbanken. Einrichtung und Konfliktkontrolle bleiben deine Aufgabe.

Welche Lösung passt zu deinem Alltag?

Proton Pass kommt eher infrage, wenn du möglichst wenig Dateiverwaltung betreiben und Zugangsdaten geräteübergreifend verwenden möchtest. Prüfe im gewünschten Tarif, welche Zusatzfunktionen enthalten sind. KeePassXC kommt eher infrage, wenn du bewusst über Speicherort, Sicherung und Synchronisation entscheiden willst. Für das Handy brauchst du einen passenden, gesondert zu prüfenden KDBX-Client; KeePassXC selbst ist keine mobile App.

Die entscheidenden Nachteile

Beim verwalteten Dienst bist du von dessen Konto, Verfügbarkeit und Tarifbedingungen abhängig. Bei der lokalen Datenbank übernimmst du mehr Verantwortung: Backups, Konflikte bei gleichzeitigen Änderungen und Zugang zu zusätzlichen Schlüsseldateien müssen funktionieren. «Lokal» bedeutet deshalb nicht automatisch weniger Aufwand oder in jeder Situation mehr Sicherheit.

Unser Vorschlag vor dem Umzug

Lege in der bevorzugten Lösung drei unkritische Einträge an. Prüfe Anmeldung, Änderung und Zugriff vom Zweitgerät. Lies dann die Export- und Wiederherstellungshinweise. Wenn dieser Ablauf zuverlässig klappt, ziehst du zuerst das E-Mail-Konto und anschliessend weitere wichtige Konten um. Bezahle erst für zusätzliche Funktionen, die du tatsächlich benötigst.

Kosten und Familiennutzung: Was du tatsächlich brauchst

Tarif- und Alltagsvergleich
FrageProton PassKeePassXC
Kostenlos nutzbar?Free-Tarif mit unbegrenzten Logins und GerätenKostenlose Desktop-Anwendung
Handy und ComputerEigene Apps und integrierte SynchronisationZusätzliche KDBX-App am Handy; Synchronisation selbst einrichten
Gemeinsamer HaushaltPass Family umfasst bis zu sechs Pass-Plus-KontenKein verwaltetes Familienabo; Freigaben und getrennte Datenbanken selbst organisieren
Mögliche ZusatzkostenBezahlter Tarif für benötigte ZusatzfunktionenJe nach Auswahl mobile App oder Speicher für Synchronisation
Wer kümmert sich um die Datei?Der Dienst übernimmt die SynchronisationDu legst Speicher, Kopien und Wiederherstellung fest

Die Proton-Tarifübersicht nennt für Free unter anderem zehn Alias-Adressen. Plus ergänzt beispielsweise einen integrierten Authenticator und Notfallzugriff. Entscheide anhand benötigter Funktionen: Ein zusätzliches Abo ist nicht erforderlich, nur weil du mehr als ein Gerät verwendest. Die bezahlten Preise hängen von Laufzeit, Währung und Angebot ab; massgeblich ist der Gesamtbetrag mit Verlängerung im Bestellschritt.

Drei typische Entscheidungen

Du nutzt Windows und iPhone und möchtest wenig einrichten: Beginne mit Proton Pass Free und prüfe das automatische Ausfüllen auf beiden Geräten. Kaufe erst ein Upgrade, wenn im Alltag eine konkrete Funktion fehlt. Die Bequemlichkeit der Synchronisation ist hier wichtiger als eine möglichst lange Liste technischer Einstellungen.

Ihr möchtet im Haushalt WLAN- und gemeinsame Shop-Zugänge teilen: Prüft getrennte persönliche Tresore und einen gemeinsamen Bereich. Rechnet den Gesamtpreis für alle tatsächlich benötigten Konten aus. Eine zusätzliche Adresse oder ein Alias ist kein eigenständiges Benutzerkonto. Wer die Familie verwaltet, sollte nicht automatisch alle persönlichen Passwörter kennen.

Du möchtest eine Datei auf selbst gewähltem Speicher: KeePassXC ist die passendere Ausgangsbasis. Plane aber auch das Handy ein: Das Projekt hat keine eigene mobile App. Ein KDBX-Client eines anderen Entwicklers muss separat auf Funktionen, Pflege und Preis geprüft werden. Eine kopierte Datenbank kann nachträglich nicht zuverlässig zurückgerufen werden.

Backup im Alltag: zwei konkrete Wege

Proton Pass: Öffne in der Web-App das Zahnrad und dann «Export». Für eine Sicherung wählst du das verschlüsselte ZIP mit PGP-geschütztem JSON und vergibst eine separate, starke Passphrase. Bewahre diese unabhängig vom Tresor auf. Die mobilen Apps bieten laut Protons Export-Anleitung keinen Export. CSV und unverschlüsselte ZIP-Dateien eignen sich nur als entsprechend geschützte Arbeitsdateien für einen Umzug.

KeePassXC: Erstelle über «Database → Save Database Backup…» eine Sicherung der KDBX-Datei; die Bezeichnung hängt von der Oberflächensprache ab. Lege sie getrennt von der laufend synchronisierten Arbeitsdatei ab. CSV ist kein gleichwertiges Backup: Laut Benutzerhandbuch fehlen dabei unter anderem Anhänge und weitere Daten; ausserdem ist der Export unverschlüsselt. Falls deine Datenbank eine Schlüsseldatei benötigt, sichere auch diese separat.

Prüfe die Wiederherstellung mit Testdaten: Eine vorhandene Datei allein beweist noch kein brauchbares Backup. Probiere den Import beziehungsweise das Öffnen einer Sicherung zuerst mit einem separaten Testtresor aus, ohne deine produktive Datenbank zu überschreiben. Notiere Datum, Speicherort und benötigte Schlüssel, aber keine echten Passwörter im Prüfprotokoll. Diese Sicherungswege wurden am 27. Oktober 2026 anhand der Herstelleranleitungen geprüft; ein eigener Anwendungstest wurde nicht durchgeführt.

Dein Umzugsprotokoll: fünf Prüfungen

1. Zugang: Neues Masterpasswort festlegen und den vorgesehenen Wiederherstellungsweg verstehen. 2. Geräte: Einen Testeintrag am Computer ändern und am Handy kontrollieren. 3. Import: Normale Logins, Notizen und Sonderfelder stichprobenartig prüfen. 4. Sonderfälle: Passkeys, Anhänge und Einmalcodes getrennt betrachten; nicht jedes Exportformat übernimmt sie. 5. Abschluss: Unverschlüsselte Arbeitsdateien entfernen und den alten Zugang erst aufgeben, wenn alle wichtigen Konten funktionieren.

Für diesen Ablauf findest du eigene Anleitungen zum Wechsel des Passwortmanagers, zum Teilen von Passwörtern in der Familie und zum Aufbewahren von Wiederherstellungscodes.

Häufige Fragen vor der Entscheidung

Ist eine lokale Datenbank automatisch sicherer? Nein. Sie verschiebt Verantwortung auf dich: Wer eine entschlüsselbare Kopie erhält, kann darauf zugreifen; eine verlorene oder beschädigte einzige Kopie kann dich aussperren. Entscheidend sind Geräteschutz, ein starkes Geheimnis und funktionierende Sicherungen.

Soll ich Einmalcodes im gleichen Tresor speichern? Das ist bequem, konzentriert aber Passwort und Code an einer Stelle. Überlege besonders für das Hauptpostfach, ob ein separater Authenticator oder Sicherheitsschlüssel besser zu deinem Schutzbedarf passt. Der Zugang zum Passwortmanager selbst braucht einen unabhängig erreichbaren Notfallweg.

Was bringt mir die Schweizer Perspektive? Prüfe Vertragswährung und Kartenkosten, falls ein Abo in EUR oder USD abgerechnet wird. Ein Schweizer Firmensitz beantwortet nicht automatisch die Fragen nach konkretem Speicherort oder Zugriffsmöglichkeiten. Bei KeePassXC hängt der Ablageort von deiner eigenen Konfiguration ab.

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Quellen und Transparenz

Proton Pass · KeePassXC FAQ

Stand: 21. September 2026. Auswahl nach dokumentiertem Funktionsumfang und Einsatzgebiet. Kein eigener Produkttest. Auswahlkriterien und redaktionelle Arbeitsweise.

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