Masterpasswort wählen: merkbar ist nicht dasselbe wie vorhersehbar
Das Masterpasswort öffnet den Zugang zu vielen anderen Zugangsdaten. Verwende dafür kein bereits genutztes Passwort und keine leicht recherchierbaren Angaben aus deinem Leben. Eine Passphrase kann das Merken erleichtern, wenn ihre Bestandteile nicht nach einem offensichtlichen Muster ausgewählt werden.
Danach bleibt das Gerät wichtig
Eine lange Passphrase schützt nicht gegen jedes Mitschneiden auf einem infizierten Computer. Halte deinen Browser und das Betriebssystem aktuell und sperre den Tresor nach der Nutzung. Richte zusätzliche Anmeldesicherung ein, soweit dein gewählter Dienst sie anbietet.
Ein Verfahren statt eines cleveren Satzes
Eine Passphrase mit Würfeln erzeugen
Eine Passphrase ist ein Passwort aus mehreren Wörtern. Entscheidend ist deren Auswahl. Bei der Methode der Electronic Frontier Foundation bestimmt der Zufall die Wörter; eine Geschichte hilft erst danach beim Merken.
- Verwende die dort verlinkte lange Wortliste mit 7776 Einträgen. Prüfe vorab, welche Länge und Zeichen dein Passwortmanager als Masterpasswort akzeptiert.
- Würfle fünfmal mit einem normalen sechsseitigen Würfel oder nutze fünf Würfel in festgelegter Reihenfolge. Die fünf Ziffern bilden den Suchcode für ein Wort.
- Wiederhole den Vorgang für insgesamt sechs Wörter. Behalte Reihenfolge und zufällige Auswahl bei; wähle die Wörter nicht nach persönlichem Geschmack aus.
- Lege einen gleichbleibenden Trenner fest, sofern der Manager ihn akzeptiert, und sichere die neue Passphrase geschützt. Erfinde erst jetzt eine Merkhilfe für die gewählten Wörter.
Was die Zufallsauswahl rechnerisch bringt
Bei sechs unabhängigen, gleichverteilten Ziehungen aus 7776 Wörtern gibt es 77766 = 221073919720733357899776 mögliche Wortfolgen. Das entspricht rechnerisch rund 77,55 Bit Entropie, also einem Mass für den Umfang der Zufallsauswahl. Die Rechnung wurde für diesen Beitrag mit 6 × log₂(7776) nachvollzogen.
Das ist keine gemessene Knackdauer und kein Wert für frei erfundene Sätze. Bekannte Zitate, persönliche Lieblingswörter oder nachträgliches Aussortieren passen nicht zu dieser Rechnung. Die technische Absicherung deines Passwortmanagers und der Schutz des Geräts bleiben zusätzlich wichtig.
Verwende kein hier veröffentlichtes Beispiel. Auch eine nachträglich angehängte Jahreszahl macht aus einem allgemein bekannten Satz kein individuelles Geheimnis. Falls dein Manager besondere Anforderungen nennt, berücksichtige sie bereits bei der Erzeugung.
Der Eingabetest vor dem Umzug
Teste die neue Passphrase zunächst in einem noch leeren Testtresor. Sperre und öffne ihn an deinem Computer und auf dem vorgesehenen Handy. Prüfe, ob Leerzeichen, Grossschreibung und Tastaturwechsel wie erwartet funktionieren. Lege dir eine geschützte Reserve an, bevor du echte Zugänge vollständig hinein verschiebst.
Unterscheide das Masterpasswort von der bequemen biometrischen Entsperrung. Dass der Fingerabdruck funktioniert, beweist nicht, dass du das eigentliche Geheimnis nach einem Neustart oder auf einem Ersatzgerät noch kennst.
Was bei einem vermuteten Bekanntwerden zu tun ist
Ändere das Masterpasswort über die offizielle Anwendung auf einem vertrauenswürdigen Gerät. Prüfe die Anleitung des konkreten Anbieters zu Sitzungen, Wiederherstellung und bereits exportierten Daten. Eine Person mit einer früher entschlüsselten Kopie verliert ihr Wissen nicht durch den Passwortwechsel.
Wenn du davon ausgehen musst, dass einzelne gespeicherte Zugangsdaten gelesen wurden, bearbeite die betroffenen Konten ebenfalls. Für geordnetes Weiterarbeiten hilft die Import- und Zugriffskontrolle; gemeinsame Einträge gehören in gezielte Freigaben.
Weiterlesen und Quellen
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Britisches NCSC: zufällige Wörter
Redaktionell überarbeitet: 21. Oktober 2026.
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